Matthias Egersdörfer erklärt in dem tutorial hier unten, worum es geht.
Bewerbung hier
05-01-12
Wider alles Wulffische
Wider alles Wulffische
Publik wurde die ganze Angelegenheit vor vier Wochen: der
Bundespräsident Wulff habe vom befreundeten Unternehmer Geerken, mit
dem schon sein Vater bekannt war, einen Kredit über 500.000 Euro
erhalten, hieß es. Da ist doch nix dabei, dachte das Volk.
Problematisch sei allerdings, dass der Kredit von der Frau des
Unternehmers stamme bzw. über deren Konto abgewickelt wurde; das hatte
Wulff vor über 1 Jahr, als ihn der niedersächsiche Landtag zu seinen
Verbindungen mit dem Unternehmer G. befragte, nicht zu Protokoll
gegeben, sondern frech behauptet, es gäbe da keine geschäftlichen
Beziehungen. In Teilen der Medien- und Politöffentlichkeit einigte man
sich darauf, dass sein Verhalten jurstisch nicht zu beanstanden sei;
er habe ja vor dem Landtag nicht wirklich gelogen, sondern nur das
beantwortet, was man ihn gefragt hatte. Der schlaue Winkelfuchs Wulff.
Das Volk stimmte ein in diese Melodei, so auch der überwiegende Teil
der Anrufer beim Mittagsgespräch des Bayrischen Rundfunks am
14.12.2011. Jao, deä Wulff, der hoad doch a a Recht draf, vu seine
Freindln an Kredit zu kriang, wurde da geschaftelhubert, dass es der
katholisch-bajuwarischen Seele ein Internationales Gaufest sein
musste. Dea hoad doch a a Privatleem, des braucht doch a jeder vu uns.
Ganz anders war die Ansage einer Frau Edith Prustel aus Lauf in
Franken, wo es protestantischer zugeht. Ja, als Privatmann kann man
sich halt kein großes Haus nicht kaufen, wenn es finanziell nicht
stimmt. Da muss halt auch ein Herr Bundespräsident ans Sparen denken
oder kleinere Brötchen backen. Also mir, sagte Frau Prustel, hat
keiner einen Privatkredit angeboten, als ich meine Eigentumswohnung
zahlen musste. Der Moderator tat dies milde als Stimme aus dem Volke
ab, dabei hatte die charakterklare Frau Prustel demokratietheoretisch
den springendsten aller Punkte getroffen: wenn ein Herr Wulff schon
auf Ministerpräsident machen will, und dann von uns – bzw. unseren
niedersächsischen Brüdern und Schwestern – dafür ausgewählt wird,
kriegt er eine gute dotierte Pfrund, die ihn aller Sorgen entheben
soll: dass er sich nicht noch nebenbei was hinzu verdienen muss und
seine übertragenden Aufgaben halbwegs vernünftig erfüllen kann.
Insofern also die Sache – um mal nicht vom heroischen Amte zu reden –
im Sinne der Leute tue, die ihn dazu bestimmt haben: nämlich das Land
zu regieren.
Was macht aber der backfischige Sinistling Wulff? Kredite von alten
Kumpels annehmen, die schön sauber über das Konto der Gattin
abgewickelt werden, damit man das mit den Kumpels nicht sagen muss,
weil die ja auch zu offiziellen Auslandsreisen im Tross des jetzigen
Bundespräsidenten mitdürfen, um leckere Brosamen aufzusammeln. In den
Chalets und Villen von seinen Kumpels und einem Herrn Maschelmeyer
logieren, der – letztgenannter – ja wohl schon Gerd Schröder zur
Durchführung der Riesterei ins Amt des Kanzlers hoch gewerbungt hatte,
und mit seinen Rendite-Drückerkolonnen wiederum mit dem Riesterwahn
schwer reich wurde. Sagt man sich. Dann lässt es sich der Herr –
Vorsichtamt! – Bundespräsident nicht nehmen, sich via Anwaltskanzlei
in die kleinbürgerlichen Abgründe seiner finanziellen Machenschaften
schauen zu lassen, sagt aber mal lieber nicht so genau, wie
unwahrscheinlich niedrig der neue Kredit von der BW-Bank, der das
Amigo-Darlehen vom Unternehmen G. abgelöst hat, bezinst gewesen war.
Da soll er sich gegenüber den Normalos – wie einer Frau Prustel –
locker mal 7000 Euro pro Jahr an Zinsen gespart haben. Komisch auch,
dass er für seine Hütte, deren Wert auf 415.000 Euro taxiert wurde,
einen Kredit über 500.000 Euro bekam, d.h. etwa 120 Prozent der
möglichen Hypothek, obwohl doch die Banken seit der US-Immobilienkrise
meist nur 60 Prozent als Kredit vergeben. Seltsam nur, dass die
Umstellung dieses Amigo-2-Kredites auf zumindest marktübliche Zinsen –
also Frau Prustel-Zinsen – doch erst einen Tag vor seiner
pfäffischhohlen Stellungnahme um den 20. Dezember 2011 erfolgte,
nachdem das Wulffsche Kreditgebaren schon elend nach Gammel-Fisch
roch. Und als ob dies alles dem Souverän – also uns – nicht längst für
eine Demissionierung des Geschichtenchristels gereicht hätte, erfahren
wir in den vergangenen Tagen auch, dass die BW-Bank die Hausbank vom
Porsche-Imperium ist. Delikatös, denn: Wulff hatte als Aufsichtsrat
von VW, das zu einem Viertel dem Land Niedersachsen gehört, der
notwendig gewordenen Finanzspritze für Porsche zugestimmt, nachdem
sich die schwäbischen Derivate-Hengste bei ihrem VW-Übernahmeversuch
fast um Kopf und Kragen gezockt hatten. Ach ja, und dann war der Wulff
noch zuständig für eine länderübergreifende Arbeitsgruppe zur Reform
der Landesbanken, u.a. also auch für die Landesbank Baden-Württemberg,
dem Mutterkonzern der BW-Bank.
Soviel Zufall, soviel intrigante Blödigkeit kann nicht sein. Der
Souverän – also wir – ist immer noch ganz baff und starrt tapfer
Luftlöcher. Obwohl es Frau Prustel schon vor 3 Wochen blitzgescheit
beschrieben hat. Langsam reicht das Maß dieser unterirdischen
Performance selbst den konservativen Medien, auch wenn deren Argumente
immer noch so klingen, als würde es um einige moralische Verfehlungen
und Stilfragen gehen. Bei der Geschichte um die BW-Bank, Porsche und
VW wird das dann – falls sie sich verhärtet – als Vorteilsnahme im Amt
ausgelegt werden müssen: juristisch würde das dann Folgen haben, die
den Kopf kosten. Aber Merkel und Sippschaft werden solange
zuschweigen, bis die neuerliche Wulff-Bild-Affäre ihn völlig isoliert
hat – dann geht er von selber, und die Kanzlerin muss sich nicht die
Finger beschmutzen.
Nö, der Herr Wulff, der gern bei seinen reichen Spezeln mittun wollte
und nun – in den Fußstapfen des Agendastürmers Schröder – auch
Maßanzüge trug, wäre wohl mit all seinen Gaunereien durchgekommen.
Zunächst hatte er auf Weihnachten und die Saure-Karpfen-Zeit
spekuliert, auf dass seine korrumptiven Phantastereien von den
Fettaugen im Volksdummkopf auf Nimmerwiedersehen aufgesaugt geworden
sein sollen würden. So ähnlich wie es der oppositionelle Kloßboss
Siggi „Pop“ Gabriel schon ein paar Tage vor Weihnachten vorgedemenzt
hatte: v.a. handwerkliche Fehler bei der Kommunikation habe er zu
bekritteln und eine saubere Aufklärung wünsche er sich vom
Christiankind. Was ihm wohl die himmlische Mutter Angela dafür in die
Krippe gezaubert hat?
Nö, der Herr Wulff wäre da durch gekommen, hätte er nicht seinem
Busenschreiberling Dieckmann von der Bildzeitung auf den
Anrufbeantworter gesprochen. Er hatte ihm angeblich juristische
Konsequenzen und einen endgültigen Bruch angedroht, falls die Bild
über die Kreditaffäre berichten würde – was sie dann auch Mitte
Dezember ausgiebig tat. Und weil der Diekmann seinen AB beherrscht wie
sonst nur seine Schmiergeltube, hat er sich das Band immer wieder
angehört, bis er nun gemerkt hat, dass die Wulff-Aktien kurz vor der
finalen Baisse stehen. Also Abstoßen, den Wulff. Und alle haben das
Dieckmannsche Börsengeflüster eilfertig umgehend verstanden und stufen
Wulff seitdem auf Verkaufen. Triple Deppel C.
Was aber an dieser Sache weit mehr nervt als die Erkenntnis, einen
weiteren, hochdeutsch sprechenden, moralapostolischen
Schmierendarsteller im Hades des Politischen identifiziert zu haben,
ist das von Land, Volk und Gott durchgewunkene Prinzip des krankhaften
Selbstbedienungs-Selbstverständnisses. Das Leitbild des Wulffischen
möchte man ganz ungeniert mal sagen. Der greise Bernhard Vogel z.B.,
seines Zeichens Ex-Ministerpräsident von Rheinland-Pfalz und
Thüringen, verbreitet im Deutschlandfunkinterview, dass sie damals in
Thüringen, also nach der Wende, mit weit wichtigeren Dingen
beschäftigt waren als mit der Frage nach möglichen Verflechtungen von
Politik und Wirtschaft. Es ging ja tatsächlich ums Überleben eines
Ostlandes und seiner Menschen, da schaut man doch nicht auf das
Crossover von Geld und Regierenden. Oder Bundestagspräsident Norbert
Lammert, der neulich noch versuchte, das Gewicht der Anschuldigungen
gegen Wulff ein bisschen auf die Medien zu verschieben, die mehr nur
als die Hintergründe des Kredites ins Licht zerren wollten. Dies hätte
das Amt und die Autorität des Bundespräsidenten „berührt“, so der
arbeiterstämmige Sensologe Lammert. Vom Amt und seiner Würde wurde
viel gesprochen in den letzten Wochen, als gäbe es da noch was zu
würdigen, doch höchstens zu würdeln oder würgeln. Das Volk lässt sich
auf solchen Amtsschimmel und Moralnippes immer gern ein und tut dann
oft auch so falsch.
Das Wulffische hat sich hierzulande epidemisch ausgebreitet und ist
satisfaktionsfähig geworden. Eine studierte Kulturfrau sagte, sie
würde als Präsidentin natürlich auch einen verbilligten Kredit von den
Bankenzecken annehmen. Das den letzten Hauch einer Haltung
vernichtende Prekariat lässt grausig grüßen. Vor rund 10 Jahren waren
privat verwendete Bonusmeilen eines halbprominenten Politpapageis noch
in der Lage, seine Karriere zumindest zu verkratzen. Heute ist die
ökonomisch durchgeschachterte Existenz zum Credo von Hinzi und Kunzi
geworden, die Schrödersche Ich-AG hat sich schamfrei ins deutsche
Birnen-Walhall geboxt. Wo mit den Kategorien Preisnachlass, All-
inclusive und Zwei-Stellen-hinter-dem-Komma gedacht und gemacht und
dies öffentlich abgefeiert wird, ist es bis zum Kannibalismus nicht
mehr weit. Homo homini lupus. Der Mensch ist dem Mensch ein Wulff –
pardon: Wolf. Sagte schon der römische Komödiendichter Titus Maccius
Plautus vor rund 2200 Jahren.
Und wirklich, das Wulffische lauert an jeder Ecke, in jedem
Kantinengespräch: wir können den Bundespräsidenten jetzt nicht
wegschicken, da schaut die Kanzlerin schlecht aus, so kurz nach dem
Köhler-Desaster und bei den großen Herausforderungen im Euroraum. Sag
mal Kollege, welches Rhinozeros hat dich da getreten, dass du dich so
willig in eine Zwangsjacke von Staatsraison rein schickst und
gehorsamst den Takt der Opferbereitschaft schlägst. Oder die Leute,
die immer gleichschwer sabinechristiansenhaft den Kopf ins Schiefe
legen und wie Tauben den Satz gurren: Wer sollte denn dann das Amt
(sic!) übernehmen, wenn ER gehen muss. Eigentlich will man da starken
Alkohol zum Runterspülen, oder besser noch: lange, giftig pfeifende
Peitschen, um das Kaltstarten des Resthirns beim Gegenüber etwas zu
beschleunigen.
Hey, aufwachen! Es leben hier 80 Millionen Menschen, da fallen mir
allein schon knapp 79,99 Millionen ein, die grundsätzlich in Frage
kämen. Aus meiner Verwandtschaft würde ich einen meiner Onkels
vorschlagen, der so schön abwesend schauen kann, das hat was
Repräsentatives. Er ist Rentner, war früher Landwirt, hat die Kühe
aber abgeschafft, und hätte genug Zeit, drei bis vier Termine in der
Woche für unser Land zu machen. Er hat ein gutes Haus, braucht also in
den nächsten Jahren keinen Kredit mehr, und macht sich nichts aus
Urlaubsreisen: er liegt lieber auf dem verschlissenen Küchenkanapee,
hört Schläger aus dem Radio und döst vor sich hin. So wie ich ihn
kenne, würde er den Job für 800 Euro im Monat machen, is ja ned
schlimm, wos mer dao machen mou, würde er sagen. Schorschi for
President! Da werden die Wulffischen sich umschaun, aber holla.
Lothar Gröschel
Gottschedstr. 4, 13357 Berlin
(Exrotaprint-Gelände)
Publik wurde die ganze Angelegenheit vor vier Wochen: der
Bundespräsident Wulff habe vom befreundeten Unternehmer Geerken, mit
dem schon sein Vater bekannt war, einen Kredit über 500.000 Euro
erhalten, hieß es. Da ist doch nix dabei, dachte das Volk.
Problematisch sei allerdings, dass der Kredit von der Frau des
Unternehmers stamme bzw. über deren Konto abgewickelt wurde; das hatte
Wulff vor über 1 Jahr, als ihn der niedersächsiche Landtag zu seinen
Verbindungen mit dem Unternehmer G. befragte, nicht zu Protokoll
gegeben, sondern frech behauptet, es gäbe da keine geschäftlichen
Beziehungen. In Teilen der Medien- und Politöffentlichkeit einigte man
sich darauf, dass sein Verhalten jurstisch nicht zu beanstanden sei;
er habe ja vor dem Landtag nicht wirklich gelogen, sondern nur das
beantwortet, was man ihn gefragt hatte. Der schlaue Winkelfuchs Wulff.
Das Volk stimmte ein in diese Melodei, so auch der überwiegende Teil
der Anrufer beim Mittagsgespräch des Bayrischen Rundfunks am
14.12.2011. Jao, deä Wulff, der hoad doch a a Recht draf, vu seine
Freindln an Kredit zu kriang, wurde da geschaftelhubert, dass es der
katholisch-bajuwarischen Seele ein Internationales Gaufest sein
musste. Dea hoad doch a a Privatleem, des braucht doch a jeder vu uns.
Ganz anders war die Ansage einer Frau Edith Prustel aus Lauf in
Franken, wo es protestantischer zugeht. Ja, als Privatmann kann man
sich halt kein großes Haus nicht kaufen, wenn es finanziell nicht
stimmt. Da muss halt auch ein Herr Bundespräsident ans Sparen denken
oder kleinere Brötchen backen. Also mir, sagte Frau Prustel, hat
keiner einen Privatkredit angeboten, als ich meine Eigentumswohnung
zahlen musste. Der Moderator tat dies milde als Stimme aus dem Volke
ab, dabei hatte die charakterklare Frau Prustel demokratietheoretisch
den springendsten aller Punkte getroffen: wenn ein Herr Wulff schon
auf Ministerpräsident machen will, und dann von uns – bzw. unseren
niedersächsischen Brüdern und Schwestern – dafür ausgewählt wird,
kriegt er eine gute dotierte Pfrund, die ihn aller Sorgen entheben
soll: dass er sich nicht noch nebenbei was hinzu verdienen muss und
seine übertragenden Aufgaben halbwegs vernünftig erfüllen kann.
Insofern also die Sache – um mal nicht vom heroischen Amte zu reden –
im Sinne der Leute tue, die ihn dazu bestimmt haben: nämlich das Land
zu regieren.
Was macht aber der backfischige Sinistling Wulff? Kredite von alten
Kumpels annehmen, die schön sauber über das Konto der Gattin
abgewickelt werden, damit man das mit den Kumpels nicht sagen muss,
weil die ja auch zu offiziellen Auslandsreisen im Tross des jetzigen
Bundespräsidenten mitdürfen, um leckere Brosamen aufzusammeln. In den
Chalets und Villen von seinen Kumpels und einem Herrn Maschelmeyer
logieren, der – letztgenannter – ja wohl schon Gerd Schröder zur
Durchführung der Riesterei ins Amt des Kanzlers hoch gewerbungt hatte,
und mit seinen Rendite-Drückerkolonnen wiederum mit dem Riesterwahn
schwer reich wurde. Sagt man sich. Dann lässt es sich der Herr –
Vorsichtamt! – Bundespräsident nicht nehmen, sich via Anwaltskanzlei
in die kleinbürgerlichen Abgründe seiner finanziellen Machenschaften
schauen zu lassen, sagt aber mal lieber nicht so genau, wie
unwahrscheinlich niedrig der neue Kredit von der BW-Bank, der das
Amigo-Darlehen vom Unternehmen G. abgelöst hat, bezinst gewesen war.
Da soll er sich gegenüber den Normalos – wie einer Frau Prustel –
locker mal 7000 Euro pro Jahr an Zinsen gespart haben. Komisch auch,
dass er für seine Hütte, deren Wert auf 415.000 Euro taxiert wurde,
einen Kredit über 500.000 Euro bekam, d.h. etwa 120 Prozent der
möglichen Hypothek, obwohl doch die Banken seit der US-Immobilienkrise
meist nur 60 Prozent als Kredit vergeben. Seltsam nur, dass die
Umstellung dieses Amigo-2-Kredites auf zumindest marktübliche Zinsen –
also Frau Prustel-Zinsen – doch erst einen Tag vor seiner
pfäffischhohlen Stellungnahme um den 20. Dezember 2011 erfolgte,
nachdem das Wulffsche Kreditgebaren schon elend nach Gammel-Fisch
roch. Und als ob dies alles dem Souverän – also uns – nicht längst für
eine Demissionierung des Geschichtenchristels gereicht hätte, erfahren
wir in den vergangenen Tagen auch, dass die BW-Bank die Hausbank vom
Porsche-Imperium ist. Delikatös, denn: Wulff hatte als Aufsichtsrat
von VW, das zu einem Viertel dem Land Niedersachsen gehört, der
notwendig gewordenen Finanzspritze für Porsche zugestimmt, nachdem
sich die schwäbischen Derivate-Hengste bei ihrem VW-Übernahmeversuch
fast um Kopf und Kragen gezockt hatten. Ach ja, und dann war der Wulff
noch zuständig für eine länderübergreifende Arbeitsgruppe zur Reform
der Landesbanken, u.a. also auch für die Landesbank Baden-Württemberg,
dem Mutterkonzern der BW-Bank.
Soviel Zufall, soviel intrigante Blödigkeit kann nicht sein. Der
Souverän – also wir – ist immer noch ganz baff und starrt tapfer
Luftlöcher. Obwohl es Frau Prustel schon vor 3 Wochen blitzgescheit
beschrieben hat. Langsam reicht das Maß dieser unterirdischen
Performance selbst den konservativen Medien, auch wenn deren Argumente
immer noch so klingen, als würde es um einige moralische Verfehlungen
und Stilfragen gehen. Bei der Geschichte um die BW-Bank, Porsche und
VW wird das dann – falls sie sich verhärtet – als Vorteilsnahme im Amt
ausgelegt werden müssen: juristisch würde das dann Folgen haben, die
den Kopf kosten. Aber Merkel und Sippschaft werden solange
zuschweigen, bis die neuerliche Wulff-Bild-Affäre ihn völlig isoliert
hat – dann geht er von selber, und die Kanzlerin muss sich nicht die
Finger beschmutzen.
Nö, der Herr Wulff, der gern bei seinen reichen Spezeln mittun wollte
und nun – in den Fußstapfen des Agendastürmers Schröder – auch
Maßanzüge trug, wäre wohl mit all seinen Gaunereien durchgekommen.
Zunächst hatte er auf Weihnachten und die Saure-Karpfen-Zeit
spekuliert, auf dass seine korrumptiven Phantastereien von den
Fettaugen im Volksdummkopf auf Nimmerwiedersehen aufgesaugt geworden
sein sollen würden. So ähnlich wie es der oppositionelle Kloßboss
Siggi „Pop“ Gabriel schon ein paar Tage vor Weihnachten vorgedemenzt
hatte: v.a. handwerkliche Fehler bei der Kommunikation habe er zu
bekritteln und eine saubere Aufklärung wünsche er sich vom
Christiankind. Was ihm wohl die himmlische Mutter Angela dafür in die
Krippe gezaubert hat?
Nö, der Herr Wulff wäre da durch gekommen, hätte er nicht seinem
Busenschreiberling Dieckmann von der Bildzeitung auf den
Anrufbeantworter gesprochen. Er hatte ihm angeblich juristische
Konsequenzen und einen endgültigen Bruch angedroht, falls die Bild
über die Kreditaffäre berichten würde – was sie dann auch Mitte
Dezember ausgiebig tat. Und weil der Diekmann seinen AB beherrscht wie
sonst nur seine Schmiergeltube, hat er sich das Band immer wieder
angehört, bis er nun gemerkt hat, dass die Wulff-Aktien kurz vor der
finalen Baisse stehen. Also Abstoßen, den Wulff. Und alle haben das
Dieckmannsche Börsengeflüster eilfertig umgehend verstanden und stufen
Wulff seitdem auf Verkaufen. Triple Deppel C.
Was aber an dieser Sache weit mehr nervt als die Erkenntnis, einen
weiteren, hochdeutsch sprechenden, moralapostolischen
Schmierendarsteller im Hades des Politischen identifiziert zu haben,
ist das von Land, Volk und Gott durchgewunkene Prinzip des krankhaften
Selbstbedienungs-Selbstverständnisses. Das Leitbild des Wulffischen
möchte man ganz ungeniert mal sagen. Der greise Bernhard Vogel z.B.,
seines Zeichens Ex-Ministerpräsident von Rheinland-Pfalz und
Thüringen, verbreitet im Deutschlandfunkinterview, dass sie damals in
Thüringen, also nach der Wende, mit weit wichtigeren Dingen
beschäftigt waren als mit der Frage nach möglichen Verflechtungen von
Politik und Wirtschaft. Es ging ja tatsächlich ums Überleben eines
Ostlandes und seiner Menschen, da schaut man doch nicht auf das
Crossover von Geld und Regierenden. Oder Bundestagspräsident Norbert
Lammert, der neulich noch versuchte, das Gewicht der Anschuldigungen
gegen Wulff ein bisschen auf die Medien zu verschieben, die mehr nur
als die Hintergründe des Kredites ins Licht zerren wollten. Dies hätte
das Amt und die Autorität des Bundespräsidenten „berührt“, so der
arbeiterstämmige Sensologe Lammert. Vom Amt und seiner Würde wurde
viel gesprochen in den letzten Wochen, als gäbe es da noch was zu
würdigen, doch höchstens zu würdeln oder würgeln. Das Volk lässt sich
auf solchen Amtsschimmel und Moralnippes immer gern ein und tut dann
oft auch so falsch.
Das Wulffische hat sich hierzulande epidemisch ausgebreitet und ist
satisfaktionsfähig geworden. Eine studierte Kulturfrau sagte, sie
würde als Präsidentin natürlich auch einen verbilligten Kredit von den
Bankenzecken annehmen. Das den letzten Hauch einer Haltung
vernichtende Prekariat lässt grausig grüßen. Vor rund 10 Jahren waren
privat verwendete Bonusmeilen eines halbprominenten Politpapageis noch
in der Lage, seine Karriere zumindest zu verkratzen. Heute ist die
ökonomisch durchgeschachterte Existenz zum Credo von Hinzi und Kunzi
geworden, die Schrödersche Ich-AG hat sich schamfrei ins deutsche
Birnen-Walhall geboxt. Wo mit den Kategorien Preisnachlass, All-
inclusive und Zwei-Stellen-hinter-dem-Komma gedacht und gemacht und
dies öffentlich abgefeiert wird, ist es bis zum Kannibalismus nicht
mehr weit. Homo homini lupus. Der Mensch ist dem Mensch ein Wulff –
pardon: Wolf. Sagte schon der römische Komödiendichter Titus Maccius
Plautus vor rund 2200 Jahren.
Und wirklich, das Wulffische lauert an jeder Ecke, in jedem
Kantinengespräch: wir können den Bundespräsidenten jetzt nicht
wegschicken, da schaut die Kanzlerin schlecht aus, so kurz nach dem
Köhler-Desaster und bei den großen Herausforderungen im Euroraum. Sag
mal Kollege, welches Rhinozeros hat dich da getreten, dass du dich so
willig in eine Zwangsjacke von Staatsraison rein schickst und
gehorsamst den Takt der Opferbereitschaft schlägst. Oder die Leute,
die immer gleichschwer sabinechristiansenhaft den Kopf ins Schiefe
legen und wie Tauben den Satz gurren: Wer sollte denn dann das Amt
(sic!) übernehmen, wenn ER gehen muss. Eigentlich will man da starken
Alkohol zum Runterspülen, oder besser noch: lange, giftig pfeifende
Peitschen, um das Kaltstarten des Resthirns beim Gegenüber etwas zu
beschleunigen.
Hey, aufwachen! Es leben hier 80 Millionen Menschen, da fallen mir
allein schon knapp 79,99 Millionen ein, die grundsätzlich in Frage
kämen. Aus meiner Verwandtschaft würde ich einen meiner Onkels
vorschlagen, der so schön abwesend schauen kann, das hat was
Repräsentatives. Er ist Rentner, war früher Landwirt, hat die Kühe
aber abgeschafft, und hätte genug Zeit, drei bis vier Termine in der
Woche für unser Land zu machen. Er hat ein gutes Haus, braucht also in
den nächsten Jahren keinen Kredit mehr, und macht sich nichts aus
Urlaubsreisen: er liegt lieber auf dem verschlissenen Küchenkanapee,
hört Schläger aus dem Radio und döst vor sich hin. So wie ich ihn
kenne, würde er den Job für 800 Euro im Monat machen, is ja ned
schlimm, wos mer dao machen mou, würde er sagen. Schorschi for
President! Da werden die Wulffischen sich umschaun, aber holla.
Lothar Gröschel
Gottschedstr. 4, 13357 Berlin
(Exrotaprint-Gelände)
Geschrieben von Philipp Moll
03-01-12
Herr Wulff, Bundespräsident.
Wir sind fein raus. Wir haben Sie nicht gewählt, weil das die Verfassung, auf die Sie schwören und -pardon- scheissen, nicht vorsieht.
Trotzdem ist es auch für uns nicht leicht zu ertragen, was da gerade mit ihnen passiert: Wir sehen ein Geschöpf, das, seiner Moral beraubt, von seiner Gier getrieben und von seiner Feigheit gedemütigt, von seiner Selbstüberschätzung übermannt und von seiner Verachtung gegen alles Gemeine getäuscht, sich in einen bleichen Madenwurm verwandelt und dabei quietscht. Wir alle, Wulff, betrachten dieses betrübliche Schauspiel mit einer Mischung aus Ekel, Verachtung und aber auch Mitgefühl in wechselnden Volumenanteilen. Zu Ihrer Verteidigung, Wulff, kann man anführen, dass Sie es nicht anders kennen, dass Sie schon seit Jahren inmitten von ethisch verwahrlosten Egoisten ihre kümmerlichen Brötchen verdienen und dass Sie als rückgratloser Stockfisch, was Ihnen vorgelebt wird, natürlich nachahmen.
Wir bemitleiden Sie, Wulff, aber wir ekeln uns auch vor Ihnen. Leider sind sie als oberster Repräsentant unseres schönen Staates Deutschland eine nur allzu symptomatische Figur: zusammengabaazt aus feuchtem Auswurf und Schuppen. Treten Sie ab. Wir freuen uns schon auf Ihr comeback als Unicef-Botschafter oder Monsanto-Aussendienstler. Vielleicht zieht es Sie auch in die Rüstungsindustrie, oder dann doch Bildung?! Bis dahin. Lassen Sie sich Zeit.
Trotzdem ist es auch für uns nicht leicht zu ertragen, was da gerade mit ihnen passiert: Wir sehen ein Geschöpf, das, seiner Moral beraubt, von seiner Gier getrieben und von seiner Feigheit gedemütigt, von seiner Selbstüberschätzung übermannt und von seiner Verachtung gegen alles Gemeine getäuscht, sich in einen bleichen Madenwurm verwandelt und dabei quietscht. Wir alle, Wulff, betrachten dieses betrübliche Schauspiel mit einer Mischung aus Ekel, Verachtung und aber auch Mitgefühl in wechselnden Volumenanteilen. Zu Ihrer Verteidigung, Wulff, kann man anführen, dass Sie es nicht anders kennen, dass Sie schon seit Jahren inmitten von ethisch verwahrlosten Egoisten ihre kümmerlichen Brötchen verdienen und dass Sie als rückgratloser Stockfisch, was Ihnen vorgelebt wird, natürlich nachahmen.
Wir bemitleiden Sie, Wulff, aber wir ekeln uns auch vor Ihnen. Leider sind sie als oberster Repräsentant unseres schönen Staates Deutschland eine nur allzu symptomatische Figur: zusammengabaazt aus feuchtem Auswurf und Schuppen. Treten Sie ab. Wir freuen uns schon auf Ihr comeback als Unicef-Botschafter oder Monsanto-Aussendienstler. Vielleicht zieht es Sie auch in die Rüstungsindustrie, oder dann doch Bildung?! Bis dahin. Lassen Sie sich Zeit.
Geschrieben von Heiner Schwitzke
21-12-11
Nr.16
Brief an mich selbst Nr. 16
Lieber Philipp,
dieser Alberich der Deutschen Politik, Wulfferl der Schattenwerfer ist immer noch für 71 Prozent der Deutschen ein guter Bunzenpräsident und nur 19 von Hundert wollen seinen Rücktritt. Was sagt uns das? Der deutsche Michel steht auf Typen die mit schmierigen Fingern auf andere Menschen deuten und moralapostolieren bis Blut aus der Lügennasen tropft, sich selber aber einen Dreck scheißen um Alles und Jeden - und auf Politiker die außer ihrer Geldgier, ihren charakterlichen Mißbildungen, ihrer sozialen Nullkompetenz noch hauptsächlich ihrer Unsichtbarkeit frönen. Gut mir geht’s da in Teilen genau so mir sind die unsichtbaren Mitmenschen auch oft am liebsten, aber nur die die man nicht sieht weil sie nicht da sind. Diese Tarnkappenbomber und Juckpulversäckchen auf zwei Beinen die sich in unsere schöne Mitte hinein geschmiegt haben wie Bremsspuren in Männerunterhosen wie zum Beispiel die Abgeordneten eines Länderparlamentes , die in Ihrer schäbigen Halle des edelen Regierens eine monatliche Erhöhung ihrer Zuwendungen um 500 sic! € beschlossen um eine artgerechte Abgeordnetenaltersversorgung sich leisten zu können und gleichzeitig die Rentenansprüche für Berufsfeuerwehrleute um 50 - 100 € im Monat gekürzt haben, könnte man auch einmal auf eine Rampe stellen. Aber Gott sei dank gibt es ja noch die anderen Plotiker, wie zum Beispiel den generalsekretierenden Lindner Christian, der schon früh in seinem Leben erkannt hat, dass es gut ist einfach schnell hin zu schmeißen wenn´s, ein wenig blöd wird. Davon könnt sich der eine oder andere aus dem Gruselkabinett ruhig irgendwas abschneiden. Aber die evangelische Pfaffenfrucht aus der Sowjetzone ist ja froh um jede Feder die mitschreibt am fauligsten aller Folianten in der Konrad Adenauer Bibliothek des Heulens und Zähneklapperns. Jetzt muss ich aber aufhören weil ich in der Apotheke noch ein paar Zutaten für die Valiumgans holen will.
Schönen Weihnachter,
Dein Philipp
Lieber Philipp,
dieser Alberich der Deutschen Politik, Wulfferl der Schattenwerfer ist immer noch für 71 Prozent der Deutschen ein guter Bunzenpräsident und nur 19 von Hundert wollen seinen Rücktritt. Was sagt uns das? Der deutsche Michel steht auf Typen die mit schmierigen Fingern auf andere Menschen deuten und moralapostolieren bis Blut aus der Lügennasen tropft, sich selber aber einen Dreck scheißen um Alles und Jeden - und auf Politiker die außer ihrer Geldgier, ihren charakterlichen Mißbildungen, ihrer sozialen Nullkompetenz noch hauptsächlich ihrer Unsichtbarkeit frönen. Gut mir geht’s da in Teilen genau so mir sind die unsichtbaren Mitmenschen auch oft am liebsten, aber nur die die man nicht sieht weil sie nicht da sind. Diese Tarnkappenbomber und Juckpulversäckchen auf zwei Beinen die sich in unsere schöne Mitte hinein geschmiegt haben wie Bremsspuren in Männerunterhosen wie zum Beispiel die Abgeordneten eines Länderparlamentes , die in Ihrer schäbigen Halle des edelen Regierens eine monatliche Erhöhung ihrer Zuwendungen um 500 sic! € beschlossen um eine artgerechte Abgeordnetenaltersversorgung sich leisten zu können und gleichzeitig die Rentenansprüche für Berufsfeuerwehrleute um 50 - 100 € im Monat gekürzt haben, könnte man auch einmal auf eine Rampe stellen. Aber Gott sei dank gibt es ja noch die anderen Plotiker, wie zum Beispiel den generalsekretierenden Lindner Christian, der schon früh in seinem Leben erkannt hat, dass es gut ist einfach schnell hin zu schmeißen wenn´s, ein wenig blöd wird. Davon könnt sich der eine oder andere aus dem Gruselkabinett ruhig irgendwas abschneiden. Aber die evangelische Pfaffenfrucht aus der Sowjetzone ist ja froh um jede Feder die mitschreibt am fauligsten aller Folianten in der Konrad Adenauer Bibliothek des Heulens und Zähneklapperns. Jetzt muss ich aber aufhören weil ich in der Apotheke noch ein paar Zutaten für die Valiumgans holen will.
Schönen Weihnachter,
Dein Philipp
27-11-11
Seehofer im Kugelhagel
Liebe Freunde, wir stroiben uns bis zur letzten Patrone!
Geschrieben von Heiner Schwitzke
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